Psychosomatik

Gesundheit ist weit mehr als das Freisein von Krankheiten oder Gebrechen: Es wird verstanden als ausgeglichener Zustand körperlichen, seelischen und sozialen Wohlergehens. In diesem Zustand können wir die uns gegebenen, individuell unterschiedlichen Fähigkeiten optimal entfalten. So können unsere besten Kräfte auf die uns umgebenden Lebensbereiche (Familie, Arbeit, Gesellschaft) einwirken.

Im täglichen Leben sind wir fortwährend Energien und Einflüssen ausgesetzt, welche dieses komplexe gesundheitliche Gleichgewicht aus dem Lot bringen können. Folgen sind zunächst Befindlichkeitsstörungen, auf welche wir unterschiedlich reagieren. Gelingt es uns nicht, deren Ursache zu ergründen und zu beseitigen, dauern sie fort. Sie können sich so zu körperlich-seelischen Beschwerdebildern weiter entwickeln, unter welchen wir und mit uns unsere Umwelt leiden: Eine Krankheit ist entstanden. Diese kann sich in vielfältigen körperlichen und seelischen Symptomen äußern und schließendlich in Verbindung mit einer entsprechenden Disposition (Erbanlagen, Art der Verarbeitung) in ein chronisches, auch körperliches Leiden münden.

Derartige Entwicklungen sind weder zwangsläufig noch unumkehrbar: Selbst auf den ersten Blick "klassische" körperliche Erkrankungen können, in den richtigen Entstehungsrahmen eingeordnet und von ihrer tatsächlichen psychodynamischen Ursächlichkeit her aufgearbeitet, günstig beeinflusst und im Idealfall geheilt werden. Das hier skizzierte psychsomatische Krankheits- und Behandlungskonzept beruht auf der Fähigkeit von Ärztin und Patientin, eine gegebene Störung vor dem Hintergrund der individuellen Persönlichkeitsstruktur und den herrschenden sozialen Bindungen zu erfassen, zu deuten und die sich hieraus ergebenden Schlüsse samt ihren Konsequenzen im Rahmen eines Heilungsprozesses zuzulassen.

Ein wesentliches Merkmal des Faches Frauenheilkunde ist, daß unser Fachgebiet über die Beschäftigung mit Schwangerschaft und Geburt einerseits sowie über die Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen an Brust und Unterleib andererseits sich mit den zentralen Aspekten menschlichen Seins (Endlichkeit der individuellen Existenz, Überwindung des Todes durch Weitergabe von Leben) beschäftigt. Die hierfür zuständigen Körperegionen sind –  im Zentrum des Körpers gelegen – mit einer hohen disbezüglichen Symbolik versehen. Insofern nimmt es nicht weiter wunder, daß sich mehr oder minder bedeutsame Lebenskrisen sehr häufig in Form von gynäkologische Störungen Ausdruck verschaffen.

Anja Susan Busert und Dr. Andrea Rachor haben eine Ausbildung in psychsomatischer Gynäkologie absolviert und bilden sich in diese Bereich fortlaufend weiter. Sie sind darin geübt und erfahren, gynäkologische Erkrankungen ganzheitlich zu erfassen und zu deuten. Dieser Ansatz versteht sich letzendlich als ein Angebot an Sie, Ihre Selbstheilungskräfte zu erfassen, Sie zu stärken und Sie so aktiv in den Heilungsprozess einzubinden.

Eine psychsomatische Aufarbeitung und Unterstützung empfiehlt sich 

– in krisenhaften Lebenssituationen bei
— unerfülltem Kinderwunsch
— Schwangerschaftskomplikationen (Schwangerschaftserbrechen, vozeitige Wehen, Diagnose kindlicher Fehlbildungen)
— Schwangerschaftsverlust (Fehlgeburt, Totgeburt, Schwangerschaftsabbruch, Neugeborenen-Kindstod)
— Komplikationen im Wochenbett (Wochenbettdepressionen)

– bei psychisch beeinflussten gynäkologischen Erkrankungen mit und ohne oragnischem Befund wie z.B.
— chronischen Unterleibbeschwerden
— Endometriose
— Regelschmerzen
— Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
— Vaginismus

– der Bewältigung von organischen Unterleibserkrankungen
— nach Verlust von Eierstock oder Gebärmutter
— nach gynäkologischen Krebserkrankungen
— bei familiärer Häufung von Brust – oder Unterleibskrebs mit hieraus entstehender Belastung
 

Weiterführende Information zum Thema Gynäkologische Psychosomatik finden Sie hier:

– Vortrag Prof. Schauenburg, Psychosomatik Universität Göttingen: Psychsomatische Gynäkologie und Sexualmedizin