Schwangerschaft nach Brustkrebs

by admin ~ März 8th, 2014. Filed under: Allgemein, Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Onkologie, Reproduktionsmedizin.

Auf dem diesjährigen Fortbildungskongress für Frauenärzte (FOKO) in Düsseldorf wurde am 20.2. 2014 eine Pressekonferenz zum Thema "Schwangerschaft nach Brustkrebs" von der Frauenärtzlichen Bundesakademie des BVF-Berufsverbandes der Frauenärzte abgehalten. Hintergrund hierfür ist: Frauen werden immer später schwanger. Gleichzeitig wird inzwischen jede zehnte Brustkrebserkrankung vor dem 45. Lebensjahr diagnostiziert. Die Folge: Immer mehr Frauen mit Brustkrebs in der Vorgeschichte wünschen sich ein Kind.

Dieser Wunsch ist unter bestimmten Bedingungen kein Problem: Nach neuester Datenlage können Frauen nach Brustkrebsbehandlung, die seit zwei Jahren keine Krankheitswiederkehr (Rezidiv) hattenund sich gesund fühlen, normalerweise ohne Probleme eine Schwangerschaft planen. In machen Fällen ist es sogar möglich, im Intervall von 6 Monatne nach Therapieende schwanger zu werden und ein gesundes Kind zu bekommen. Die aktuelle Datenlage belegt, dass eine Schwangerschaft weder einen positiven noch negativen Einfluss auf die Brustkrebserkrankung hat. Im Gegenteil: Frauen, die nach einer Brustkrebserkrankung schwanger werden, haben oftmals sogar eine bessere Krankheitsprognose.

Die frühere Sorge vor einem erhöhten Risiko für genetische Defekte oder von fetalen Fehlbildungen durch eine vorangegangene Chemotherapie oder Hormontherapie scheint unbegründet. Allerdings ist die Frühgeburtenrate höher und das durchschnittliche Geburtsgewicht entsprechend niedriger. Daher sollten solche Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften betrachtet werden und in einem Perinatalzentrum entbunden werden.

Das eingentliche Problem ist allerdings nicht die eingetretenen Schwangerschaft selbst, sondern der Weg dorthin: Nach Krebserkrankung mit entsprechender Behandlung kommt es früher zu einer Erschöpfung der Eierstöcke und infogedessen häufiger zu einer Unfruchtbarkeit (Infertilität): 5% aller Brustkrebspatientinnen unter 30, aber immerhin schon 50% der Brustkrebspatientinnen zwischen 36 und 40 Jahren werden durch die notwendige Brustkrebstherapie unfruchtbar. Daher sollte Frauen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs und noch vorhandenem Kinderwunsch vor Durchführung der Chemotherapie angeboten werden, Eizellen oder Eierstockgewebe zu entnehmen und tiefzufrieren (Vergl. Fertiprotekt – Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapie). Dann besteht immerhin die Möglichkeit, dass die Frau mit Hilfe von reproduktionsmediziinischen Verfahren nach erfolgreicher Brustkrebstherapie ein eigenes Kind bekommen kann. Die Langfassung der Pressemitteilung finden Sie auf dem Server der Frauenärztlichen Bundesakademie hier.

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