Neue DGGG-Leitlinie „Vaginal-operative Entbindung“

by admin ~ Dezember 27th, 2012. Filed under: Geburtshilfe, Neonatologie, Perinatalmedizin.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat unlängst die evidenzbasierte Leitlinie zu vaginal-operativen Entbindungen (Saugglockenentbindung / Vakuumextraktion – oder Zangenentbindung / Forcepsextraktion verabschiedet. Damit werden die Empfehlungen aus dem Jahre 2007 abgelöst. Diese Leitlinie soll als Basis und Rückhalt für die sogenannte indikationsgerechte Entscheidung zur vaginal-operativen Entbindung und deren Durchführung sein.

Der Leitlinie zufolge besteht eine Indikation zur vaginal-operativen Entbindung 

  • zur Beseitigung einer akuten fetalen Bedrohung
  • zur Beseitigung eines Geburtsstillstandes
  • oder aus mütterlicher Indikation

während der Austreibungsperiode. Dabei gilt:

  • vaginal-operative Entbindungen von Beckenboden und aus der unteren Beckenmittenposition stellen die große Mehrzahl der instrumentellen Entbindungen dar und weisen die geringste Gefährdung für Mutter un Kind auf
  • Zusätzliche Risikofaktoren mit erschwerter Entwicklung des Kopfes sind: Höhenstand über Interspinalebene (ISP) +2, hintere Hinterhaupts-Einstellung, Abweichung der Pfeilnaht von der normalen vorderen Hinterhaupts-Einstellung um mehr als 45 Grad
  • Unverzichtbar sind die Dokumentation des präoperativen Befundes und ein nachvollziehbarer Operationsbericht
  • Dabei wird die Vakuumextraktion als die Methode der Wahl angesehen, wenn keine klare Indikation für eine spezifisches Instrument besteht
  • Eine relative Kontraindikation für die Vakuumextraktion ist ein Schwangerschaftsalter < 34 SSW, zwischen der 34. und 36. SSW soll die Vakuumextraktion mit Vorsicht eingesetzt werden

Eine Zusammenfassung der überarbeiteten S1-Leitlinie "Vaginal-operative Entbindungen" findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "Frauenarzt".

 

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